Drei Marken, drei unterschiedliche Perspektiven auf Mode und Zeit
EWA’S PLACE – Milano Fashion Week SS27
Beim Shenzhen Futian Fashion Event während der Milano Fashion Week Spring/Summer 2027 präsentierten Laurèl, IDPAN und YINER ihre neuen Kollektionen in der Rotonda della Besana in Mailand.
Shenzhen trifft Mailand
Im Rahmen der Milano Fashion Week SS27 rückte die Fashion-Szene des chinesischen Distrikts Futian in den internationalen Fokus. Das Shenzhen Futian Fashion Event brachte drei Womenswear-Marken gemeinsam auf den Laufsteg: Laurèl, IDPAN und YINER.
Die Veranstaltung entstand im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Futian und der Camera Nazionale della Moda Italiana und wurde mit Unterstützung der lokalen Institutionen sowie der Bay Area Sustainable Fashion Alliance und Shenzhen Fumei Space Innovation Development organisiert.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Präsentation neuer Kollektionen. Das Event sollte zugleich den kreativen Austausch zwischen der chinesischen und europäischen Modebranche stärken.
Drei Brands – drei Interpretationen von Zeit
Ein verbindendes Thema der drei Spring/Summer-2027-Kollektionen war die Auseinandersetzung mit Zeit.
In einer Modewelt, die zunehmend von Geschwindigkeit geprägt ist, interpretierten Laurèl, IDPAN und YINER dieses Thema auf ganz unterschiedliche Weise – zwischen Tradition und Innovation, urbaner Moderne und Natur sowie klaren Strukturen und fließenden Silhouetten.
So entstand auf dem Runway ein vielschichtiges Bild zeitgenössischer chinesischer Womenswear.
Laurèl: Architektur und moderne Weiblichkeit
Bei Laurèl rückte eine architektonisch geprägte Formensprache in den Vordergrund. Klare Linien und bewusst konstruierte Silhouetten trafen auf eine moderne Interpretation von Weiblichkeit.
Die Kollektion beschäftigte sich dabei mit dem Verhältnis zwischen Struktur, Bewegung und Zeit und übersetzte diese Gedanken in eine reduzierte, zeitgemäße Ästhetik.
IDPAN: Handwerk zwischen Vergangenheit und Gegenwart
IDPAN setzte den Fokus stärker auf handwerkliche Elemente und die Verbindung unterschiedlicher kultureller und gestalterischer Einflüsse.
Traditionelle Referenzen wurden nicht einfach wiederholt, sondern in einen modernen Kontext übertragen. Dadurch entstand ein Dialog zwischen Heritage und Gegenwart – ein Ansatz, der zugleich die Bedeutung von Handwerkskunst innerhalb einer zunehmend schnelllebigen Modeindustrie hervorhebt.
YINER: Die Spuren der Zeit in der Natur
Bei YINER wurde die Natur zum Ausgangspunkt der Kollektion.
Organische Inspirationen, Materialität und fließende Formen verbanden sich zu einer ruhigen Interpretation von Zeit und Veränderung. Die Kollektion zeigte Mode als etwas, das sich entwickelt und Spuren aufnehmen darf – anstatt ausschließlich einem schnellen Wechsel von Trends zu folgen.

Shenzhen als wachsender internationaler Fashion-Standort
Das Shenzhen Futian Fashion Event machte zugleich deutlich, welche Bedeutung der chinesische Standort für die internationale Modebranche gewinnen möchte.
Futian verfügt laut den Veranstaltern über rund 2.600 größere Fashion-Unternehmen, mehr als 400.000 Beschäftigte in der Branche und mehrere führende chinesische Womenswear-Marken. Gleichzeitig wird der internationale Austausch durch Projekte, Fashion Weeks und Kooperationen weiter ausgebaut.
Auch die Verbindung zu Mailand wird enger: Mit dem neuen Futian Campus des Istituto Marangoni und gemeinsamen Fashion-Initiativen entstehen zusätzliche Berührungspunkte zwischen chinesischer und europäischer Mode.
From Shenzhen to Milano
Die gemeinsame Präsentation von Laurèl, IDPAN und YINER zeigte während der Milano Fashion Week SS27 drei unterschiedliche Handschriften – verbunden durch die Suche nach einer zeitgemäßen Balance zwischen Vergangenheit und Zukunft, Handwerk und Innovation sowie Internationalität und kultureller Identität.
Das Shenzhen Futian Fashion Event war damit mehr als eine klassische Runway-Präsentation: Es wurde zu einer Plattform für den Austausch zwischen zwei bedeutenden Fashion-Welten.

