Ich habe Laura Julia in ihrer gemütlichen Wohnung in Hamburg getroffen, die eine wunderschöne Terrasse mit Blick aufs Wasser bietet. Der Raum ist von einer inspirierenden Atmosphäre erfüllt – an den Wänden hängen ihre eigenen Kunstwerke. Man spürt sofort, dass dies ein Ort ist, an dem Kreativität und Ruhe aufeinandertreffen. Wichtig zu erwähnen: Laura Julia nennt sich bewusst so und nicht Laura Modzelewski. Unter dem Namen “Art by Laura Julia” signiert sie ihre Werke mit den Initialen “LJ”, was ihre persönliche künstlerische Identität zusätzlich betont.
Ewa: Laura Julia, du bist in einer Familie aufgewachsen, in der Kunst eine lange Tradition hat. Wie hat diese kreative Atmosphäre deine künstlerische Entwicklung beeinflusst?
Laura Julia: Die kreative Umgebung meiner Kindheit hat definitiv eine tiefe Spur in mir hinterlassen. Schon früh war Kunst immer präsent, besonders durch die Gemälde meiner Mutter. Sie hat mich besonders ermutigt, mich kreativ auszudrücken. Diese ständige Begegnung mit Kunst hat mir geholfen, meine eigene Sprache zu entwickeln, und schon als Kind habe ich mich in der Malerei ausprobiert. Es war einfach natürlich für mich, Kunst zu schaffen.
Ewa: Du hast erwähnt, dass deine Mutter eine wichtige Rolle dabei gespielt hat, dich zur Malerei zu ermutigen. Wie kam es zu deinem ersten großen Leinwandprojekt, und was hat dieser Moment für dich bedeutet?
Laura Julia: Das war tatsächlich ein Wendepunkt. Bis dahin habe ich viel auf Papier oder in Skizzenbüchern gemalt, aber die Leinwand wirkte für mich lange einschüchternd. Eines Tages hat mir meine Mutter eine große Leinwand geschenkt und quasi “vor die Nase gestellt”. Es war nicht geplant, weder von ihr noch von mir. Es passierte ganz spontan, dass sie mich aufforderte, diese Leinwand zu füllen. Ich war nervös, doch dann habe ich einfach angefangen zu malen und bemerkte gar nicht, wie schnell sich die Leinwand füllte. Stunden vergingen, bis meine Mutter wieder in den Raum kam, und das Bild hatte schon Gestalt angenommen. Dieser Moment hat etwas in mir verändert. Es fühlte sich an, als hätte ich endlich das richtige Medium gefunden, um mich auszudrücken. Von da an habe ich angefangen, groß zu denken, und das hat meinen Stil grundlegend geprägt.
Ewa: Deine Werke reichen von abstrakten Kompositionen bis hin zu leicht figurativen Motiven. Wie entscheidest du, welche Technik oder welchen Stil du für ein bestimmtes Werk verwendest?
Laura Julia: Das ist meistens ein intuitiver Prozess. Oft beginne ich ein Werk ohne konkreten Plan und lasse mich von meiner Stimmung, den Farben oder der Energie des Moments leiten. Es gibt Tage, an denen ich mich von der Freiheit des Abstrakten angezogen fühle, weil es mir ermöglicht, Emotionen und Gedanken ohne Einschränkungen auszudrücken. Dann gibt es Momente, in denen ich mehr Struktur brauche, und das zeigt sich dann in figurativen Elementen. Es hängt also sehr davon ab, was ich in diesem Moment ausdrücken möchte.
Ewa: In deinen abstrakten Werken steckt oft eine starke emotionale Komponente. Wie schaffst du es, Gefühle durch Farben und Formen so eindrucksvoll zu vermitteln?
Laura Julia: Farben haben für mich eine starke emotionale Bedeutung. Jeder von uns verbindet bestimmte Farben mit bestimmten Gefühlen, und ich nutze diese Assoziationen in meinen Arbeiten. Wenn ich eine intensive Emotion ausdrücken will, greife ich zu kräftigen, dominanten Farben. Weichere, gedecktere Töne stehen oft für nachdenkliche oder ruhigere Stimmungen. Die Formen und Strukturen, die ich verwende, ergänzen diese Emotionen und verstärken sie, sodass sie in den Raum getragen werden.
Ewa: Du sprichst oft von der Verbindung zu deinen Betrachtern. Was erhoffst du dir, dass Menschen empfinden oder denken, wenn sie deine Kunst sehen?
Laura Julia: Meine größte Hoffnung ist, dass die Betrachter eine persönliche Verbindung zu meinen Werken finden. Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen und Gefühle mit, wenn er Kunst betrachtet, und das finde ich unglaublich spannend. Ich möchte, dass meine Werke als eine Art Spiegel fungieren – sie sollen die Menschen dazu anregen, über ihre eigenen Emotionen und Gedanken nachzudenken. Vielleicht entdecken sie dabei sogar etwas Neues über sich selbst. Besonders wichtig ist es mir, Gefühle als Momentaufnahmen einzufangen. Wenn sich jemand in meine Werke hineinversetzen und die dargestellten Emotionen nachempfinden kann, habe ich mein Ziel erreicht.
Ewa: Welche Ziele verfolgst du mit deiner Kunst in Zukunft? Gibt es bestimmte Projekte oder Themen, die dich aktuell besonders interessieren?
Laura Julia: Ich möchte auf jeden Fall weiterhin experimentieren und meine Grenzen ausloten. Es gibt so viele Techniken und Materialien, die ich noch ausprobieren möchte. In Zukunft möchte ich mich auch stärker mit Installationen und interaktiver Kunst auseinandersetzen, um die Verbindung zum Betrachter noch intensiver zu gestalten. Was Themen betrifft, fasziniert mich aktuell besonders der Einfluss von Technologie auf unsere Wahrnehmung von Realität und Emotion. Ich möchte zudem mit Farben spielen, größere Projekte angehen und detaillierte Empfindungen, Momente und Auren in meinen Werken einfangen.
Ewa: Vielen Dank für das spannende Gespräch, Laura Julia! Wir sind gespannt, wohin deine künstlerische Reise dich noch führen wird.
Laura Julia: Danke, Ewa! Es hat mir viel Spaß gemacht, über meine Arbeit und meine Leidenschaft zu sprechen.
www.artbylaurajulia.com; Instagram: artbylaurajulia


